Kompetenz Training für Schüler gegen Gewalt

Kompetenz Training für Schüler gegen Gewalt

Die zunehmende Gewalt an Schulen

Familie und Schule sind heutzutage eine zu höchst anspruchsvolle Aufgabe geworden, bei der durch soziale Veränderungen immer häufiger Eltern und Lehrer an ihre eigenen Grenzen stoßen.

Besonders in Schulen sind vermehrt Verhaltens- und Reaktionsmuster von Kindern festzustellen, in denen Aggressionen unter Schülern eine ganz erhebliche Eigendynamik entwickeln.

Vielfältige Konzepte und Forschungsergebnisse aus der Psychologie bieten hierfür Erklärungsansätze, um die Grundmuster sozialer Konflikte von Schulkindern verständlich zu machen.

Teilweise werden dabei auch innerseelische Konflikte der Beteiligten als Ursache oder Teil des Wirkungsgefüges gesehen.

Im Zustand der Verunsicherung suchen demnach Kinder mit wenig erlernten sozialen Kompetenzen nicht nach eigenen Fehlern, Vorurteilen und Gefühlen, sondern nach dem ,Schuldigen’!

So wird versucht, die eigenen Schmerzen und Ängste gegen „den Schuldigen“ auszutreiben, und das oft mit Gewalt.

Obwohl Studien den Einfluss persönlicher (biologischer) Merkmale nachweisen, ist dieser Zusammenhang in der Forschung stark umstritten. Die meisten Forscher haben sich auf folgendes Modell geeinigt: Biologische Merkmale prägen das Potential zu gewalttätigem Verhalten, dieses kann aber durch soziale Faktoren ganz erheblich verstärkt oder vermindert werden.

Die hohe Gewaltrate unter Kindern und Jugendlichen wird seitens der Forschung unter anderem dadurch erklärt, dass ein starkes Bedürfnis an Autonomie und Selbstverwirklichung besteht, welches durch das Testen und Brechen sozialer Normen vorübergehend gestillt werden kann.

Neben einer Vielzahl von Faktoren haben es demnach auch Eltern durch unterlassene Grenzziehung ermöglicht, dass sich Kinder und Jugendliche Rechte und Territorien angeeignet haben, die ihnen nicht zustehen.

Sozialforscher – wie zum Beispiel Ferdinand Sutterlüty - nennen mangelnde gesellschaftliche Anerkennung als Gewaltmotiv.

Der Soziologe Norbert Elias warnte: „Wenn die Gesellschaft den Menschen der heranwachsenden Generation eine kreative Sinnerfüllung versagt, dann finden sie schließlich ihre Erfüllung in der Zerstörung.“

Soziale Risikofaktoren bei Kindern im Überblick:

Familie: Erziehungsstil ist zurückweisend, bestrafend, inkonsistent, restriktiv und/oder gewalttätig.

Schule: hoher Anpassungsdruck, negative Sozialbeziehungen, schulisches Versagen
bzw. Misserfolg, Etikettierung, restriktives Erziehungsverhalten

Peergroup: gewalttätige, gewaltverherrlichende und/oder straffällige Gruppen

Umfeld: kriminelles/gewalttätiges Umfeld, geringer sozioökonomischer Status wie;
Armut, Arbeitslosigkeit der Eltern, Sozialhilfe.

Medien: unreflektierte/einseitige Gewaltdarstellung (selten die Opferperspektive),
Darstellung von Gewalt als normales Konfliktlösungsmittel in Medien wie; Film,
Computer-Spiele, etc. (Medienverwahrlosung)

Gesellschaft: Aggression (Familie, Freunde, Bekannte) gesellschaftliche Gruppen und/
oder Minderheiten

Gefahren und Risiken durch Mediengewalt

Auch in der Freizeitgestaltung von Kindern hat sich in den vergangenen Jahren viel verändert. So nehmen Medien gegenüber Sportvereinen und Freizeiteinrichtungen eine immer größere Rolle ein. Insbesondere boomen virtuelle Internetangebote und anonyme Chatprogramme, statt direkte Sozialkontakte zu pflegen.

Schulen sind heutzutage konfrontiert mit Schülern, die während des Unterrichts über neueste Handys und Netzwerkportale kommunizieren, sich mit Gewaltspielen beschäftigen und ihr Marken-Outfit so wählen, dass sie nicht ausgegrenzt oder gar zum “Opfer” werden.

Schulhöfe werden mancherorts zur Bühne von Machtkämpfen materieller Anerkennung und Intensivtäter aus Film und Videospielen zum Vorbild, da es ansonsten an Vorbildern mangelt.

Vorfälle ausgeprägter Gewalt von Kindern und Jugendlichen in Schuleinrichtungen sind dann Auslöser für eine kurze, aber breit gefächerte journalistische Berichterstattung.

Politiker, Fachleute und Privatpersonen schreien nach “härteren Maßnahmen“, die die Gewalt eindämmen sollen, äußern sich jedoch wenig konkret und nach einigen Wochen flaut das Interesse für diese Thematik wieder ab.

Eine Metastudie von Dr. Craig Anderson von der Universität Iowa kommt z.B. zu dem Ergebnis, dass besonders Gewaltspiele extrem schädlich und eine ganz erhebliche Gefahr für Kinder sind, da durch Killerspiele (wo tausendemale Blut fließt) ein 15 – jähriger bereits Weltrekorde im Massenmorden erreicht und das nach einem Punkte-Belohnungssystem.

Dr. Jim Magee, der in den meisten Fällen Amokläufer in den USA psychologisch begutachtete, nennt diese Jugendlichen die “Klassenzimmerrächer”.

Er hat für 17 Schulmörder in Amerika psychologische Gutachten erstellt. Jeder einzelne von ihnen war von Mediengewalt geprägt. Laut Magee ist das der einzige Faktor, den alle diese Täter gemeinsam hatten: „die Sucht nach Mediengewalt!“

Dennoch dürfte es zu einfach sein, Amokläufer und Pausenhofschläger ausschließlich als Produkte gewaltverherrlichender Medien und Computerspiele zu subsumieren.

Tatsache aber ist, dass EgoShooter ebenfalls von der US Army als Trainingssimulation für Kampfeinsätze genutzt werden. Beim virtuellen Morden werden die selben Stresshormone wie im Kampf ausgeschüttet, was bei Kindern zur Reduktion der Hemmschwelle vor Gewalt führen kann.

Gewaltverherrlichende Medieneinflüsse können – auf der Basis einer gewaltneigenden Sozialisation – die erhöhte Gewaltbereitschaft von Jugendlichen fördern. Dazu zählt ebenso die Gewöhnung an Gewalt durch Fernsehen, das Lernen durch Nachahmung und Verstärkung (das Böse siegt immer mehr) und die durch langen Medienkonsum eintretende Isolation und Entfernung von der wirklichen Welt, in eine virtuelle Welt.

Auch Eltern wissen oft nicht womit ihre Kinder sich beschäftigen, werden in die Peripherie ihres eigenen Hauses zurückgedrängt und verlieren mehr und mehr ihre Handlungsfähigkeit. Sie wissen über weite Teile des Tages nicht, wo sich ihr Kind aufhält, mit wem es zusammen ist und was es tut.

Sie haben kein oder wenig Einfluss auf das TV-Programm, Internetnutzung sowie Zugang zu jenem Zimmer ihres Kindes.

Ausgeübte Gewalt ist jedoch in den meisten aktuell erforschten Fällen ein Resultat vorangegangener erlittener körperlicher bzw. psychischer Gewalt oder Teilnahmslosigkeit in der Familie und/oder im sozialen Umfeld.

Eine neue Dimension von Gewalt

Fakt aber ist: Die Qualität von Gewalt nimmt eine neue Dimension an! Kinder werden zunehmend brutaler! Sie stürzen sich teilweise rücksichtslos auf ihre Opfer, treten auf diese ein und verletzen diese schwer.

Wenn also Gewalt Schulen dominiert und Schulen nicht zu reagieren wissen, läuft etwas schief. Schulen müssen gewaltfrei bleiben, in der sich Kinder wohlfühlen und sich voll und ganz auf den Unterricht konzentrieren können!

Ebenso darf niemand angesichts einer Gewaltsituation passiv verharren, sondern sollte zur Verhinderung weiterer Eskalation zumindest schlichtend einschreiten.

Dennoch kann Gewalt, ungeachtet der massiven Folgen, als eine Art Problemlösestrategie des Kindes verstanden werden. Betreffenden Kindern fehlt es,

aufgrund von Vorerfahrungen und wenig erlernten sozialen Fähigkeiten, Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Diese Kinder sind in der Lage Gewalt ganz direkt auszuüben, indem sie drohen, schlagen und ganz selbstbestimmt leben.

Sie genießen diese Macht und leiden in ihrer Entwicklung. Eltern und Lehrkräfte sind ratlos, fühlen sich überfordert und wissen nicht diese negativen Entwicklungen aufzuhalten.

Viele Schüler befinden sich heutzutage aus vielerlei Gründen in einem Labyrinth der Gewalt, aus dem sie ohne Unterstützung nicht mehr herausfinden.

Angst, Aggressionen, Mobbing, Gewalt

Andererseits leiden nach Untersuchungen viele Kinder unter großer Angst, wenn sie sich nicht wehren können.

Kinder, die Opfer von Gewalt werden, haben ebenso ein Recht auf Unversehrtheit, wie jeder andere Bundesbürger auch! Doch in Schulen ist eben genau dieses Recht besonders oft gefährdet. Erschreckend ist, wenn hierbei keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Diskriminierung und Rassismus gegenüber Mitschülern mit Defiziten oder Immigrationshintergrund sind an deutschen Schulen Tagesordnung, jedoch eine erlernte Fähigkeit!

Es gibt keinen genetischen Code für Diskriminierung! Kinder werden nicht als Rassisten geboren, sie werden dazu gemacht! Doch alles was gelernt werden kann, kann auch wieder verlernt werden!

Am Anfang steht meist das Mobbing und dem betroffenen Schüler fällt es aus Gründen der Angst schwer, sich dagegen zu wehren.

Im Idealfall sollte natürlich so früh wie möglich mit Mobbing Prävention begonnen werden, damit sowohl die potentiellen “Täter” als auch die potentiellen “Opfer” betreut werden und lernen, welches Verhalten in brenzligen Situationen angemessen ist.

Der Mangel an Fachkräften und Interventionen

Auf 5000 Schüler kommen in Deutschland gerade mal ein Schulpsychologe. Dabei kann die Ausrede ‘Geldmangel’ nicht gelten, da zunehmende Schulgewalt die Gesellschaft letztlich ein Vielfaches mehr kostet.

Das komplexe Thema Angst, Aggression, Mobbing und Gewalt kann nur angemessen bearbeitet werden, wenn sich Eltern und Schulen gemeinsam dem Thema widmen.

Pädagogen/innen wünschen sich nicht selten die tägliche Präsenz einer Fachkraft, die bei Kriseninterventionen hilft, weil das Studium nicht praktisch genug auf das Phänomen vorbereitet hat.

Damit der Umgang mit dem schwierigen Thema Gewalt gelingt ist es notwendig, ein effizientes Training in heutigen Schulen zu implementieren und längerfristig gezielt umzusetzen.

Die Förderung von Unrechtsempfinden und Zivilcourage müssen in einem Training zur Persönlichkeitsbildung dazu gehören, denn niemand hat das Recht, andere auszugrenzen, zu provozieren, zu beleidigen oder gar körperlich zu verletzen!

KYUDAN® „Entwickle Deine Fähigkeit !“

KYUDAN® ist das Konzept eines neuen Kompetenztrainings für Kinder gegen Aggressionen, Mobbing, Gewalt und wird im Einzel– und Gruppentraining auf der Grundlage von Kommunikation, Wahrnehmung und Selbstbehauptung vermittelt.

Das Trainingskonzept richtet sich an Schulkinder im Alter von 7 bis 16 Jahren.

Ziel des KYUDAN® Training ist das Erkennen, Vermeiden und Auflösen von Aggressionen und Vorurteilen sowie die Entwicklung von Selbstvertrauen und Zivilcourage durch Selbstbehauptung und Selbstverteidigung, um eine deutliche Minderung oder gar grundsätzliche Abkehr von Gewalt zu erzielen.

Das Training zeigt auf, welche alternativen Lösungen möglich sind, um einen verletzenden Streit oder sogar Kampf zu umgehen und bietet Kindern über eine mentale und körperliche Selbsterfahrung die Möglichkeit, neue Kompetenzen im Umgang miteinander zu erwerben.

Es bedarf viel Einsatz Kinder davon zu überzeugen, dass es effektivere Wege der Kommunikation gibt, als verletzende Auseinandersetzung. Oft sind auffällige Kinder in ihren Verhaltensmustern so verhärtet, dass sich hieraus nur ein längerer Prozess eines Trainings ergibt und zusätzlich als Coaching und Einzeltraining individuell angeboten werden muss.

Nach einem klar strukturiertem Trainingsplan sollen Kinder einen sozial angemessenen Umgang miteinander erlernen. Aggressivität wird nicht verdammt und soll auf physiomentaler Ebene kanalisiert und positiv umgewandelt werden.

Lehrkräfte der jeweiligen Veranstaltungsorte müssen jedoch in Einzelfällen mehr mit einbezogen werden, um das Erlernte in den täglichen Schulalltag weiterführen zu können.

KYUDAN® soll schwerpunktbezogen an Schulen im Raum München durchgeführt werden. Aufgrund kostenloser Kooperationen mit Schulen kann eine intensive Intervention für jedes Schulkind angeboten werden.

Das Konzept richtet sich nicht nur an gewaltauffällige Kinder, sondern auch an die scheinbar unbeteiligten Beobachter, die potentiellen und die tatsächlichen Opfer.

Im KYUDAN® Training lernen Kinder; begreifend (das hat was mit den Händen zu tun), erfahrend (das hat etwas mit Provokation zu tun), verstehend (das hat etwas mit Stehen und Standfestigkeit zu tun). Hierbei geht es darum, über Körpersprache, Kontakt und Bewegung eigene Gefühle und fremde Signale zu erfassen und zu reflektieren.

Ressourcen, Kapazitäten und Kompetenzen

KYUDAN® will Kindern dazu verhelfen, verborgene Ressourcen und Kapazitäten zu entdecken und zu aktivieren und kann deshalb auf der Metaebene als Entwicklungsinstrument bezeichnet werden.

Im Partnerübungskontakt lernen Kinder spielerisch über die eigene Sinneswahrnehmung und Muskelreize, Absichten des anderen durch Spannungszustände zu erfühlen, zu lenken und aufzulösen.

Durch die dabei nicht nur taktil gemachten Erfahrungen, lernen Kinder spürbar zwischen negativen und positiven Zuständen sowie Situationen und Wirkungsgraden zu unterscheiden. Erfolgskreisläufe verhelfen zu neuen Fähigkeiten im Umgang miteinander.

Die Aufmerksamkeit wird dabei in einer bestimmten Reihenfolge auf spezielle Aufgaben konzentriert, bis eine vollständige Vernetzung in der bestmöglichen Umsetzung erfolgt.

Verschiedene Interventionen helfen Kindern eigene und fremde Grenzen durch Widerstände zu erfühlen und zeigen ebenso, wie sie diese erfolgreich setzen und überwinden können.

Durch diese spezielle Form des Trainings dient nicht nur die Sensibilität und Empathie zu fördern, sondern ebenso das Selbstvertrauen eines Kindes nachhaltig zu stärken.
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Auf dieser Grundlage werden Kinder Schritt für Schritt mit neuen Aufgaben konfrontiert, die sie selbständig mit neu erlernten Fähigkeiten zu lösen beginnen.

Dadurch soll insbesondere das intuitive Lernvermögen angesprochen werden, welche die Basis für den anschließenden Erfahrungsaustausch im Gesprächskreis bildet. Ressourcen werden aktiviert und die Wahrnehmung des Kindes erweitert.

Visualisierungsübungen helfen und innere Prozesse gewinnen immer mehr an Bedeutung. Auf diese einzigartige Weise verhilft KYUDAN® als neues Konzept Kindern, sich in kürzester Zeit Zugang zu neuen Kompetenzen zu verschaffen.

Das Training will auf physiomentaler Ebene erfahrbare Impulse geben, um destruktives Verhalten zu ändern.

Die im Trainingsverlauf gemachten und gesammelten Erfahrungen, werden dann durch veranschaulichende Beispiele auf das tägliche Leben übertragen, um die Sinnlosigkeit von Widerstand und Härte zu verdeutlichen.

Auf dieser Grundlage sollen alternative Handlungsstrategien in Konfliktsituationen aufgezeigt werden, um neue Fähigkeiten zu entwickeln.

Zu einer weiteren wichtigen Maßnahme zählt die Anerkennung von festgelegten Normen und Trainingsregeln wie; sozialer Umgang miteinander, um Hilfe bitten und leisten können (Bewusstwerden der eigenen Wirksamkeit).

Themen wie Provokation, Vorurteile, Belästigung, Mobbing, Aggression und Gewalt sind feste Themenbestandteile und werden auf einfache sowie kindgerechte Weise angesprochen und persönliche Erfahrungen der Teilnehmer/innen mit einbezogen (Sprachkompetenz).

Ziele des KYUDAN® Training

- Abbau von Anspannung und motorischer Unruhe – Förderung einer differenzierten Wahrnehmung und Reflektion – Selbstkontrolle durch Einüben angemessener Selbstbehauptung – Bedeutung und Verständnis von Sinn und Zweck sozialer Kompetenzen – Entwicklung alternativer Konfliktlösungsstrategien durch Erlernen kooperativer und unterstützender Verhaltensweisen – Entwicklung zu mehr Achtung und Respekt im Umgang miteinander – Entwicklung der Fähigkeit des Perspektivenwechsels und zu mehr Empathie

Selbstbehauptung oder Selbstverteidigung?

Selbstbehauptung ist die Fähigkeit, sich in Situationen der Grenzüberschreitung der eigenen Grenzen und Rechte bewusst zu sein und diese anderen auch deutlich machen zu können. Die Spannweite solcher Angriffe beginnt bei Nichtbeachtung, unbedachten Äußerungen, Einnehmen von Räumen und setzt sich fort über Beleidigungen, Provokation und Mobbing.

Als Selbstverteidigung hingegen wird die notwendige Vermeidung und Abwehr von Angriffen auf die eigene seelische oder körperliche Unversehrtheit verstanden.

Darf sich ein Kind gegen Angriffe wehren?

Einem Kind zu verbieten, einen wie auch immer gearteten Angriff abzuwehren, ist pädagogisch sehr bedenklich. Denn Erwachsene verweigern damit dem Kind das Recht auf Notwehr, zum anderen wird sogar das Grundgesetz tangiert.

Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem Anderen abzuwenden (vgl. § 227 Abs. 2 BGB, § 32 Abs. 2 Strafgesetzbuch, § 15)

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, ebenso ein Kind!

Grundsätzlich ist es wichtig, Kindern gewaltfreie Lösungsmöglichkeiten zu vermitteln. Doch hierbei gilt es zu unterscheiden; denn einem Kind das angegriffen wird – also der Gewalt bereits ausgesetzt ist – helfen Konfliktlösungen nicht!

Die Erfahrung dabei zeigt, dass bei frühzeitigem Wahrnehmen und Einsetzen der Selbstbehauptung, die körperliche Selbstverteidigung oft nicht mehr erfordert – doch eine fundamentale Voraussetzung für Selbstvertrauen darstellt!

Kampfkunst als Persönlichkeitsentwicklung

Zunächst erscheint der Zusammenhang zwischen „Kampfkunst“ und Sozialkompetenzen ungewöhnlich und man mag denken, dass es nur um Kampf geht, doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Die traditionellen Kampfkünste (nicht Kampfsport!) repräsentieren den allumfassenden Entwicklungsprogress in der Kultivierung des Charakters, des Körpers und des Geistes.

Die Kampfkünste lehren prinzipiell die Anwendung von Gewalt aufzuhalten und nicht sich in ihr zu üben! Konflikte, mehr souverän und zielführend, anzugehen

und vermitteln folgende Fähigkeiten:

Strategisches, logisches und taktisches Denken
Achtung, Respekt und Mitgefühl gegenüber Anderen
Mut, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen
Selbstachtung, Selbstdisziplin und Gewissenhaftigkeit
Die Kunst der Menschenführung
Selbstvertrauen, die sich auch in Körperhaltung ausdrückt
Den Weg zu mehr innerer Kraft und Souveränität

Das Studium der Kampfkünste bedeutet, seine Energie und Impulse zielgerichtet zu steuern, wach zu sein und sich stetig weiterzuentwickeln, um sich nicht nur in der Kunst der Selbstverteidigung, sondern in allen Lebensbereichen zu verbessern.

Ein Weg zur inneren Klarheit, Stabilität und Ausgeglichenheit.

Kampfkunst ist kein Wettkampfsport, sondern die Kunst in der Meisterung über sich selbst – und steht für die Erkenntnis, dass; „der wahre Gegner in sich zu finden ist und somit ein jeder Kampf in Wahrheit nur gegen sich selbst gerichtet sein kann!“

Da der Besitz der Fähigkeit einer Selbstverteidigungskunst ein hohes Maß an Verantwortung erfordert, vermitteln besonders Kampfkünste das geistige Fundament einer ethisch- und moralisch geprägten Einstellung.

Somit liegt immer das oberste Ziel einer Kampfkunst-Ausbildung darin: sich und eine Situation so zu beherrschen, ohne kämpfen zu müssen, sowie diese Haltung stets in sich zu tragen und bewusst in jedem Sein zum Ausdruck zu bringen.

Dabei besteht die grösste Herausforderung darin, das eigene Ego zu durchschauen und zu überwinden.

Erst dadurch gewinnt ein Mensch nach und nach aus eigener innerer Stärke heraus an Großzügigkeit und Toleranz gegenüber seinen Mitmenschen.

Die fernöstlichen Kampfkünste vermittelten seit jeher den Weg, ein sinnvolles Leben zu führen, mit Fairness und Gerechtigkeit in Frieden zu leben, durch Willen und Ausdauer Hindernisse zu überwinden, Mut und Selbstvertrauen zu entwickeln sowie sich in Bescheidenheit und Toleranz zu üben.

Eine herausragende Rolle spielt dabei die Auslotung der eigenen physischen und psychischen Grenzen, die im sprichwörtlichen „Kampf mit sich selbst“ erfahrbar gemacht und soweit möglich überwunden werden sollen: „wer sich selbst besiegt, braucht nicht zu kämpfen!“

Das gegenseitige Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Fortschritt und Erfolg zeichnen eine Kampfkunst aus. Die Zuwendung zu anderen Lebewesen in Sorge und Solidarität erwächst dabei aus einem Prozess der inneren Einsicht.

Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt schaffen Verantwortung und Selbstdisziplin

Das KYUDAN® Konzept verbindet auf einzigartige Weise Erkenntnisse und Methoden der modernen Verhaltenspsychologie mit Gesetzen und Prinzipien der Kampfkünste. Dabei steht die Würde als wichtigstes Grundprinzip.

Unter Menschenwürde wird die Vorstellung verstanden, dass alle Menschen – unabhängig ihrer Herkunft oder anderer Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Zustand – den selben Wert haben, da sie sich alle, durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal, auszeichnen.

Die im KYUDAN® Training an Kinder vermittelte innere Haltung und Überzeugung, dass das Wichtigste im Leben eines Menschen andere Menschen sind, soll dabei das Fundament einer gesunden Lebenseinstellung bilden. Somit nicht nur sich selbst, sondern auch Anderen zu helfen und in Frieden mit seiner Umwelt zu leben.

Durch spezielle Übungen und Regeln im Umgang miteinander, wird hierbei das Grundprinzip von Achtung und Respekt immer wieder in das Bewusstsein der Kinder gerufen.

Fühlen, Denken, Handeln

Die Schulung der Aufmerksamkeit und Selbstbeobachtung eines Kindes steht im Mittelpunkt des KYUDAN® Training und wird insbesondere durch körperliche und mentale Übungen „ganzheitlich“ spürbar und somit erfahrbar gemacht.

Lern- und Wahrnehmungskanäle unkonzentrierter Kinder können dadurch gezielt aktiviert und angesprochen werden, was zu neuen Kompetenzen im Umgang mit sich und der Umwelt führt.

Kinder sollen lernen Grenzen zu erkennen, zu akzeptieren und setzen zu können. Dabei ist es wichtig zu erwähnen, dass es sich bei den praktischen Anwendungen um speziell ausgewählte Übungen handelt, die von Kindern auf einfache Weise umgesetzt und zu einem unmittelbaren Initial – Erlebnis“ führen sollen.

Für ein wirksames KYUDAN® Training ist daher ein ständiger Wechsel zwischen mentalen und körperlichen Aufgaben wichtig, um beide Aspekte einander abgleichen können.

Während Kinder lernen, ihre Wahrnehmung gleichermaßen nach innen und außen zu richten helfen Partnerübungen, eine neue Bewusstheit über die eigene Körperstruktur und Handlung zu entwickeln und spürbar Energien zu erzeugen oder zu neutralisieren.

Die „Konzentration in der Zeit“ beschreibt die Fertigkeit der Aufmerksamkeit auf die im Moment zu verrichtende Tätigkeit, ohne voraus oder zurück zu denken.

Diese Fertigkeit hilft einem Kind nicht nur Gefahrensituationen besser einschätzen zu können, sondern schafft – in Verbindung mit Übungen der Selbstbehauptung – ein Bewusstsein von Selbstwirksamkeit für sich zu entwickeln.

Die Aufmerksamkeit auf das momentane Handeln und die Zielerreichung des Kindes zu lenken sowie Strategien der Problemlösung für spezifische Situationen durch Rollenspiele bereit halten, sind Aufgaben mit denen sich das KYUDAN® Training befasst.

Im Besonderen liegt die Aufgabe in einem KYUDAN® Training darin, auf Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse von Kindern einzugehen, zu akzeptieren, einzuschätzen und Begeisterung zu erzeugen. Ebenso emotionale Befindlichkeiten einzelner zu erkennen und angemessen zu reagieren.

Der richtige Umgang mit Gefühlen, Emotionen, Stimmungen und Affekten von Kindern, zeichnen dabei ein erfolgreiches KYUDAN® Training aus.

Somit sind Eigenschaften wie Vertrauen, Motivation und das Vermögen, Gefühle und Bedürfnisse der teilnehmenden Kinder wahrzunehmen bedeutend und befähigen Kinder erst, ihr bestes zu geben!

Gefühle müssen schnellstmöglich erkannt werden, um zu wissen, wo ein Kind im Moment steht und welche inneren Widerstände im Augenblick gelöst werden müssen.

Im KYUDAN® Training lernen auffällige Kinder durch positive und negative Verstärkung eigene Motive für sich zu deuten. Nicht auffällige Kinder lernen hingegen Fremdreaktionen als Schemata oder Gewohnheiten kennen, was fremdartiges Verhalten für sie nicht nur erklärbarer, sondern auch vorausschaubarer macht.

Soziale Kompetenzen schaffen

Das KYUDAN® Training dient zur Entwicklung und Förderung sozialer Fähigkeiten wie souverän, einfühlsam, fair und konstruktiv mit Mitschülern umzugehen ist.

Dazu gehören Inhalte wie Teamfähigkeit und Empathie sowie die grundsätzliche Bereitschaft zur Kooperation ohne Vorurteile.

Ebenso rücksichtsvoll, verlässlich und kritikfähig zu sein. Entscheidend dabei ist der emotionale und offene Umgang miteinander sowie das Lernen, Gefühle in Worte fassen zu können, den anderen mehr wahrzunehmen und sich auf ihn einlassen zu können.

KYUAN® Einzeltraining
(Coaching in Training)

Die Erfahrung lässt den Schluss zu, dass neben dem Gruppentraining das Einzeltraining mit Kindern eine außerordentliche Bedeutung für Verhaltensänderungen herbei führen kann und ebenso dazu geeignet ist, das jeweilige Kind auf das Gruppentraining vorzubereiten.

Das KYUDAN® Einzeltraining ist ein interaktiver Prozess und hilft positiv einzugreifen und verschüttete Ressourcen und Kapazitäten zu erschließen.

Zu Beginn lernt ein Kind einen sicheren und ausbalancierten Standpunkt in einem Raum bzw. imaginären Zirkel einzunehmen. Dieser Zirkel repräsentiert den persönlichen Lebensraum.

Im Zentrum stehend, soll nun einem Kind seine räumliche Dichte und gefühlte Einschränkung seiner Bewegungsfreiheit in drei Distanzen deutlich werden. Die drei Distanzen innerhalb des Zirkels beziehen sich auf die öffentliche, soziale und persönliche Distanz.

Das bewusste Einnehmen des eigenen Lebensraumes durch den eignen Standpunkt, stellt im Einzeltraining eine essenzielle Erfahrung dar, die sich in Persönlichkeitsrecht, Dasein und Lebensentfaltung ausdrückt und nicht nur im Schulalltag, sondern auch im täglichen Leben bedeutend ist.

Im zweiten Schritt soll nun die Wahrnehmung (visuell, akustisch, taktil) bezogen auf die drei Distanzen mit Hilfe des Coach (Stellvertreter) sensibilisiert und zugeordnet werden.

Es existieren keine Grenzen, nur die, die Du selbst setzt

Aus dieser konzentrierten inneren wie äußeren Haltung heraus beginnt ein Kind durch spezielle Übungen zu lernen, eigene Grenzen zu setzen und geglaubte Grenzen zu überwinden. Die Differenzierung zwischen Behauptung und Verteidigung nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein.

Durch systematische Wiederholungen und initiieren von Erfolgskreisläufen, sollen physiomentale Widerstände gelöst und ein gesundes selbstsicheres „Standing“ entwickelt werden.

Dieser Selbsterfahrungsprozess, in dem erfolgreichen Lösen innerer wie äußerer Widerstände durch Aufgaben, hilft einem Kind sowohl Ängste zu überwinden, als auch die Sinnlosigkeit von Anspannung und Härte für sich zu begreifen.

So werden im KYUDAN® Einzeltraining neue Kompetenzen erworben und bestehende Potentiale erweitert.

Neuromuskuläre Spannungen werden dadurch ausgehebelt und Fähigkeiten der inneren Kraft verdeutlicht. Der Aspekt von roher Kraft verliert dadurch mehr und mehr an Attraktivität und Bedeutung. In Augenhöhe zwischen Teilnehmer und Coach werden Ziele definiert, vereinbart und erarbeitet.